Lymphologicum

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Bewegungsübungen

Spezielle Gymnastik und Bewegung beim gleichzeitigen Tragen der maßangefertigten Kompressionsstrümpfe fördert den Abtransport der Lymphe und reduziert das Ödem. Günstig sind „ruhige" Sportarten wie Spazierengehen, Wandern (nicht Bergsteigen), Radfahren, Schwimmen. Ruckartige Bewegungen, Verletzungsrisiken und Überanstrengung sollten Sie meiden.
In Ruhe sollten Sie, soweit es möglich ist, den Körperteil mit dem Lymphödem hochlagern.

Brusterhaltende Therapie

Die brusterhaltende Operation (BET) gilt heute als Standardbehandlung bei Brustkrebs. Lange Zeit dachte man, nur die komplette Entfernung der Brust auch genannt Mastektomie oder Ablation, könne den Krebs vollständig beseitigen. Allerdings können heute immer mehr Frauen brusterhaltend operiert werden. Dies liegt vor allem an gezielten Screening- Maßnahmen durch die Brustkrebs zunehmend in frühen Stadien entdeckt wird und der Krebs somit zumeist noch nicht weit fortgeschritten ist.
Auch für manche Frauen mit großen Tumoren kann eine brusterhaltende Operation infrage kommen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es gelingt, durch eine zuvor durchgeführte Chemo- oder Strahlentherapie den Tumor zu verkleinern. Es gibt verschiedene Arten der brusterhaltenden Operation. Bei der partiellen Mastektomie wird der betroffene Teil der Brust entfernt.
Bei der Tumorektomie wird der Tumor mit genügend „Sicherheitsabstand" aus dem gesunden Gewebe entfernt. Das bedeutet, dass ein mikroskopisch sichtbarer gesunder Randsaum mindestens einen Millimeter betragen muss. Bei der Quadrantenektomie wird der betroffene Brustquadrant entfernt.
Ob eine Frau brusterhaltend operiert werden kann oder nicht, hängt von mehreren Faktoren ab. So darf der Tumor beispielsweise nicht zu groß im Verhältnis zur Brust sein, er darf nicht in die Haut oder die Brustwand eingewachsen sein und es dürfen sich nicht mehrere Krebsherde in verschiedenen Quadranten der Brust befinden (multifokal). Es ist wichtig, dass sich an eine brusterhaltende OP ebenfalls eine Chemo- und/oder Strahlentherapie anschließt.

Brustrekonstruktion

Bei einer Brustrekonstruktion wird die Brust mit Hilfe der plastischen Chirurgie wieder aufgebaut. Hierbei werden verschiedene Varianten unterschieden. Zum Einen besteht die Möglichkeit körperfremdes Gewebe wie zum Beispiel Silikonimplantate zu verwenden. Das Silikonimplantat wird unter die Brustmuskulatur gesetzt, um das fehlende Volumen aufzubauen. Durch vorherige Einlage eines Expanders kann das verbliebende Brustgewebe über zwei bis drei Monate gedehnt werden um so ein größeres Volumen zu erreichen. Danach wird die endgültige Prothese eingesetzt. Eine weitere Methode ist der Einbau von körpereigenem Gewebe. Diese Operationsmethode ist deutlich aufwendiger und benötigt häufig eine längere Erholungszeit. Auch hier gibt es unterschiedliche Methoden wie beispielsweise die sogenannte Schwenklappenplastik bei der ein Gewebestück von Rücken oder Bauch „transplantiert" wird. Bei den sogenannten Tram- Flap oder LAT-Flap Methode werden Teile eines Muskels zum Brustaufbau verwendet.

Brustwandödem

Es wird im Hinblick auf den Entstehungszeitpunkt und der Ursache in ein akut- entzündliches Ödem und ein chronisches Lymphödem unterschieden. Aufgrund der Operation im Thoraxgebiet und an den regionalen Lymphknoten (in der Achsel, im Bereich Schlüsselbein, am Brustbein, bzw. auch an der Wirbelsäule) kommt es zu akuten Schäden am Blut- und Lymphgefäßsystem, außerdem kommt es durch strahlenbedingte Entzündungsprozesse zur verstärkten Durchlässigkeit der Blutgefäßwände, dies führt zur Erhöhung der lymphpflichtigen Last im Gewebe. Da die Lymphbahnen verletzt sind, kann die anfallende Menge nicht bewältigt werden und somit entwickelt sich das Ödem. Durch den natürlichen Heilungsprozess und die damit einhergehende Regeneration der Gefäße ist das akut- entzündliche Brustwandödem in vielen Fällen vollständig rückbildungsfähig. Zusätzlich wird mit entstauenden Therapiemaßnahmen, beispielsweise mit manueller Lymphdrainage die Heilung unterstützt.
Das Lymphödem entwickelt sich in diesem Gebiet, durch die Entfernung und Bestrahlung der Lymphknoten. Es wurde ein dauerhafter Schaden am Lymphgefäßsystem gesetzt, in Folge dessen ist der Abtransport von lymphpflichtigen Lasten (vor allem Eiweiße) nicht mehr gegeben. Das Eiweiß reichert sich im Gewebe an und bindet Wasser, wodurch das Lymphödem entsteht. Durch die komplexe physikalische Entstauungstherapie, welche manuelle Lymphdrainage, Kompression, Hautpflege und Bewegung beinhaltet, kann eine Entstauung des betroffenen Körperquadranten erzielt werden. Die Patienten sollten, soweit es ihnen möglich ist, aktiv in den Therapieablauf mit einbezogen werden, um eine optimale Behandlung zu gewährleisten. Das Lymphödem kann sich unmittelbar nach dem Eingriff entwickeln, oder zu einem späteren Zeitpunkt, das ist schwierig einzuschätzen, dabei spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle.