Lymphologicum

Schriftzug IB

MKS: Medizinischer Kompressionsstrumpf

MKS werden bei Venenleiden, Lipödemen und Lymphödemen getragen. Grundsätzlich gibt es zwei Herstellungsformen, den RUND-gestrickten und den FLACH-gestrickten MKS, sowie vier Kompressionsklassen. Klasse 1 übt den wenigsten Druck aus, Klasse 4 den höchsten.
Bei Lymphödemen ist immer ein flachgestrickter MKS nötig. Er wird nach Maß angefertigt und bei Eiweißablagerungen können notwendige Polster eingearbeitet werden. Ein flachgestrickter MKS ist an seiner Naht erkennbar. Ein rundgestrickter MKS hat keine Naht und ist bei Lymphödemen ungeeignet, weil er an Wulststellen einschneiden kann, was weh tut und den Lymphstau verstärken würde. Kompressionsstrümpfe müssen Sie jeden Tag tragen, sonst verstärkt sich das Lymphödem wieder.

MLD: Manuelle Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage (MLD) ist eine Therapieform der physikalischen Therapie. Ziel der MLD ist es, die Kontraktion der Lymphgefäße (Lymphvasomotorik) und damit die Lymphtransportkapazität zu erhöhen, wobei die Kontraktionen der Lymphgefäße von durchschnittlich 3- bis 4-mal pro Minute in Ruhe auf etwa 6 bis 8 mal pro Minute während der Therapie ansteigen. Durch die großflächigen Griffe kommt es zu einer vermehrten Einströmung von Lymphflüssigkeit aus dem Gewebe in die Lymphgefäße. Die Behandlung erfolgt in Richtung der Lymphströmung und muss abschnittsweise durchgeführt werden. Das heißt, dass zuerst die zentralen Abschnitte des Lymphsystems behandelt werden, wie zum Beispiel der Hals, die Achseln und der Bauch. Daran anschließend werden die weiter entfernten betroffenen Gebiete wie zum Beispiel Kopf, Arm oder Bein behandelt. Dadurch wird gewährleistet, dass der Abfluss zuerst entleert wird, so dass von am Rande liegenden Körperabschnitten die Lymphflüssigkeit nachlaufen kann. Die im Zwischengewebe enthaltenen Fremdkörper und Krankheitserreger werden mit abtransportiert und in den Lymphknoten abgebaut. Im Bindegewebe laufen unter anderem wichtige Transportvorgänge ab, die der Ernährung der Körperzellen wie auch dem Abtransport von Stoffwechselendprodukten dienen. Durch die manuelle Lymphdrainage werden diese Transportvorgänge unterstützt, die wiederum die Voraussetzung für eine gesunde Haut sind. Lymphdrainage wird auch in der Behandlung nach Operationen angewandt. Schwellungen aufgrund einer Operation können so schneller abgebaut werden und der Spannungsschmerz wird reduziert. Die Wirkung der manuellen Lymphdrainage auf das vegetative Nervensystem zeigt sich durch eine Senkung der Herzfrequenz und des Blutdrucks sowie einem Anstieg der Darmbewegung. Es wird also der parasympathische, erholungsfördernde Anteil des vegetativen Nervensystems angeregt. Die manuelle Lymphdrainage macht somit müde und wirkt entspannend.

MTS: Medizinischer Thromboseprophylaxestrumpf

Der MTS wird umgangssprachlich „Stützstrumpf" genannt und ist meist weiß. Er schützt vor Thrombosen (Blutgerinnseln), deswegen müssen ihn z.B. bettlägerige Patienten im Krankenhaus tragen. Er übt nur wenig Druck auf das Gewebe aus und ist nicht für Patienten in Bewegung geeignet.

Muskelpumpe

Unter dem Begriff Muskelpumpe wird die Unterstützung des Blut- und Lymphkreislaufs durch die Bewegungen der Muskulatur bezeichnet. Durch das An- und Entspannen der Muskeln bei der Bewegung werden die in der Tiefe der Muskeln verlaufende Venen und Lymphgefäße immer wieder komprimiert, was zu einem verbesserten Rückfluss des Blutes bzw. der Lymphflüssigkeit führt. Die Muskelpumpe kommt am deutlichsten in den Wadenmuskeln zum Einsatz. Durch Wechsel von Zehenspitzenstand auf Fersenstand bewegt sich die Wadenmuskulatur und so kann der Rückfluss des venösen Blutes und der Lymphflüssigkeit unterstützt werden.