Lymphologicum

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Nachteilsausgleiche

Personen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von weniger als 50 aber mindestens 30 können auf Antrag einem Schwerbehinderten gleichgestellt werden, wenn sie auf Grund ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz nicht erlangen oder behalten können. Der Antrag erfolgt bei der Agentur für Arbeit. Für Menschen mit Behinderung haben die Sozialgesetzbücher, Einkommensteuergesetze und einige andere Regularien GdB-abhängige Nachteilsausgleiche geschaffen, die sehr weitreichende Vorteile mit sich bringen und von Ihnen unbedingt zur Kenntnis genommen werden sollten. Eine aktuelle Übersicht der Nachteilsausgleiche des beta Institutes für angewandtes Gesundheitsmanagement können Sie hier herunterladen.
Ist die Leistungseinschränkung schwergradig, z.B. eingeschränkte Gehfähigkeit oder Notwendigkeit eines Rollstuhls, ist der GdB anzupassen und die Merkzeichen G (gehbehindert), aG (außergewöhnlich gehbehindert) oder H (hilfsbedürftig) mit zu beantragen. Die Erfassung mehrerer Erkrankungen bedeutet jedoch nicht, dass einzelne Grade addiert werden können, wie z.B. 30 + 30 = 60 GdB ausmacht. Es sind dann evtl. „nur“ 40. Wie der GdB berechnet wird, zeigt beispielsweise ein Erklärvideo des Sozialverbandes VdK Deutschland e.V. unter derzeit folgendem Link.

Nephrogenes (renales) Ödem

Sind die vorhandenen Ödeme auf einen Eiweißmangel infolge einer Nierenerkrankung zurückzuführen, so liegt ein nephrogenes Ödem vor. Aufgrund des Eiweißmangels sinkt der so genannte onkotische Sog der Bluteiweiße, die Reabsorption der Flüssigkeit aus dem Gewebe ist nicht mehr möglich. Die Folge ist die Neigung zu generalisierten Ödemen. Das sind Ödeme, die den ganzen Körper betreffen. Diese generalisierten Ödeme sind teigig und entstehen häufig an Körperstellen, an denen sich ein hoher Anteil lockeren Bindegewebes befindet, wie beispielsweise im Gesicht und an den Augenlidern, aber auch im Knöchelbereich. Die Behandlung renaler Ödeme besteht in erster Linie aus der Behandlung der zu Grunde liegenden Nierenerkrankung mit Hilfe von Medikamenten. In einigen Fällen und vor allem und ausschließlich nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt kann eine manuelle Lymphdrainage als begleitende Therapie erfolgen.

Niederdruckvolumeninsuffizienz

Hierbei handelt es sich um eine von drei Insuffizienzformen des Lymphsystems, die zu verschiedenen Ödemen führen können. Die Hochvolumeninsuffizienz oder auch dynamische Insuffizienz des Lymphgefäßsystems beschreibt die Überlastung eines gesunden und leistungsfähigen Lymphgefäßsystems (z.B. aufgrund einer Verletzung). Hier ist das traumatische Ödem als Beispiel zu nennen, welches nach einer Operation oder einer Verletzung beispielsweise am Knöchel entstehen kann. Die Niederdruckvolumeninsuffizienz oder auch lymphostatische Insuffizient beschreibt ein insuffizientes Lymphgefäßsystem. Aufgrund einer Schädigung kann das Lymphgefäßsystem selbst nicht mehr richtig arbeibten und es entwickelt sich ein sekundäres (eiweißreiches) Lymphödem.
Die Sicherheitsventilinsuffizienz beschreibt vor allem kombinierte Ödemformen, wie beispielsweise Ödemformen, die bei dauerhafter zusätzlicher Überlastung entstehen (z.B. Phleb-Lymphödem).
Die Kenntnis der dem Ödem zu Grunde liegenden Insuffizienzform ist wichtig, um die richtige Therapie einleiten zu können.