Lymphologicum

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Juckreiz

Der Juckreiz ist eine häufige Nebenwirkung der Kompressionstherapie. Der Juckreiz resultiert zumeist aus einer Hauttrockenheit, die die Betroffenen zumeist als eine Schuppung der Haut beschreiben und die mit einem juckenden Gefühl der Haut einhergeht. Durch Reibung der Kompressionsbandagierung bzw. der Kompressionsversorgung auf der Haut im Zuge der Bewegung kommt es zu einer Austrocknung der Haut. Dies führt dann zu einem starken Juckreiz. Wichtig ist, um dem Juckreiz vorzubeugen, eine konsequente und korrekte Hautpflege. Außerdem muss der oder die Betroffene über den Juckreiz aufgeklärt werden. Wichtig ist, dass Kratzen vermieden wird, da Kratzen zu Bagatelleverletzungen führen kann, die wiederum in der Folge eine Eintrittsstelle für Keime darstellen, die zu einem Erysipel führen können.

Juveniles Lymphödem

Als ein juveniles Lymphödem wird ein primäres Lymphödem bezeichnet, welches sich vor dem 35. Lebensjahr manifestiert. Die Bezeichnung juveniles Lymphödem ist demnach ein Synonym für den Begriff Lymphödem praecox, welches eine Form eines primären Lymphödems bezeichnet. Primäre Lymphödeme werden in zwei Formen unterschieden. Auf der einen Seite steht das sogenannte hereditäre Lymphödem, welches erblich bedingt ist und sich einerseits direkt nach der Geburt manifestiert (Typ Nonne-Milroy) oder in der Pubertät (Typ Meige). Auf der anderen Seite ist das sporadische primäre Lymphödem zu nennen. Hier liegt keine erkennbare erbliche Form vor. Dies gilt derzeit auch als die häufigere Form des primären Lymphödems. Das primäre Lymphödem, welches von Geburt an besteht, wird als Lymphoedema congenitum bezeichnet und gilt als seltenste Form des primären Lymphödems. Die häufigste Form, ca. 80% der primären Lymphödeme manifestiert sich vor dem 35. Lebensjahr und wird als Lymphoedema praecox oder aber juveniles Lymphödem bezeichnet. Das Lymphoedema tardum bezeichnet die Manifestation nach dem 35. Lebensjahr und wird mit ca. 17% der primären Lymphödeme angegeben. Auch über die Geschlechterverteilung existieren in der Literatur unterschiedlichste Zahlen (von 55% bis 87% betroffene Frauen und 45% bis 13% betroffene Männer). Einig ist sich die Fachwelt darüber, dass Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Am häufigsten sind die Beine betroffen, zumeist einseitig oder aber beidseitig asymmetrisch.