Lymphologicum

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Gewebedruck

Als Gewebedruck wird der Druck bezeichnet, welchen das Gewebe bei den Filtrations- und Resorptionsvorgängen im Körper ausübt. Der Druck des Gewebes steht den Filtrationsvorgängen entgegen, die Flüssigkeit aus den arteriellen Anteilen der Blutkapillaren in das Gewebe drücken. Somit wirkt der Gewebsdruck eher begrenzend auf die Filtration.
Generell wirken der Blutdruck in den kleinsten Blutgefäßen (Kapillaren) und der sogenannte onkotische Sog der Eiweiße, die im Gewebe liegen, filtrierend. Das bedeutet, dass Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in das Gewebe eintritt. Diesem Flüssigkeitseintritt in das Gewebe wirken sogenannte reabsorbierende Kräfte entgegen, die die Flüssigkeit in der Blutkapillare halten wollen und der Druck, den das Gewebe ausübt und somit verhindert, dass das Gewebe weiter „voll Wasser" läuft.
Der Gewebedruck kann sich im Körper, je nach gemessener Stelle des Gewebedrucks am Körper, verändern und ist abhängig von


- den Anteilen an Bindegewebsfasern
- der Flüssigkeit, die im Gewebe verbleibt
- mechanischen Faktoren wie bspw. ein angespannter Muskel

Der Gewebedruck kann nur sehr bedingt zunehmen. Das hat zur Folge, dass bei einer Flüssigkeitszunahme im Gewebe (= Erhöhung der Filtration), der Gewebedruck dieser Veränderung nur sehr gering entgegen treten kann. Somit kann der Gewebedruck nur bedingt eine Zunahme der Flüssigkeit im Gewebe bzw. der Entstehung eines Ödems verhindern. Die Erhöhung des Gewebedrucks kann nur künstlich von außen erfolgen bspw. durch eine Kompressionsbandagierung bzw. Kompressionsbestrumpfung.