Lymphologicum

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Komplikationen, z.B. Erysipel

„Komplikation" im medizinischen Zusammenhang bedeutet, dass zur eigentlichen Erkrankung ein zusätzliches Problem hinzukommt. Wenn Sie ein Lymphödem haben und Veränderungen bemerken, z.B. Verhärtungen oder Rötungen, sollten Sie immer sofort einen Arzt aufsuchen.
Die häufigste Komplikation bei Lymphödemen ist das Erysipel, zu deutsch: Wundrose. Die Wundrose ist eine Hautentzündung, die durch Bakterien (Streptokokken) verursacht wird und meist den Lymphstau verschlimmert. Erkennungszeichen ist eine scharf begrenzte Rötung, die sich rings um den Entzündungsherd ausbreitet. Druck auf die Wundrose tut weh, oft kommen Fieber, ein starkes Krankheitsgefühl und Schüttelfrost hinzu.

Kompression

Zur Kompression (= Druck) gehören zwei Bereiche: der lymphologische Kompressionsverband, auch Kompressionsbandage genannt, und Kompressionsstrümpfe. Die Kompression dient dazu, die Erfolge von Entstauungsbehandlungen zu erhalten, also einen Rückfluss der Lymphe zu verhindern.

Kompression – Kompressionsdruck - Kompressionsverlauf

Kompression wird aus dem lateinischen Wort comprimere, welches mit zusammendrücken übersetzt wird, abgeleitet. In der Physik steht Kompression für eine elastische Verformung eines Körpers mit einer daraus resultierenden Volumenabnahme und gleichzeitiger Verdichtung dieses Körpers. Dieses physikalische Prinzip wird in der Kompressionstherapie angewandt. Das bedeutet, dass in der Kompressionstherapie sowohl Körpergewebe, als auch Blut- und Lymphgefäße mit einem spezifischen Druck zusammengepresst werden. Durch die Kompression wird eine Volumenreduktion erreicht. Ein weiteres Prinzip aus der Mathematik findet ebenfalls in der Kompressionstherapie seine Anwendung. Das sogenannte „LaPlace-Gesetz". Vereinfacht drückt das LaPlace-Gesetz aus, dass man nur einen dimensionalen Körper komprimieren kann und keine Fläche, und dass umso ebenmäßig dimensionaler der Körper ist, desto kontinuierlicher erfolgt die Kompression. Die Kompression bewirkt einerseits eine Verminderung des venösen Querschnitts, somit wird der Rückstrom gesteigert. Das bedeutet, dass durch das „Zusammendrücken" der Venen der Rücktransport des Blutes zum Herzen verbessert wird. Andererseits wird der Gewebedruck der Haut erhöht und es kommt somit zu einer Rückresorption (Rückführung) von Gewebeflüssigkeit in die venösen Blutgefäße. Das bewirkt, dass Flüssigkeit aus dem Gewebe vermehrt in die Blutbahnen zurück gelangt. Außerdem wird durch die Kompression eine erhöhte Filtration eingeschränkt. Das heißt, dass durch die Kompression ein „Wiedervolllaufen" des Gewebes mit Lymphflüssigkeit verhindert wird und somit eine Ödemzunahme vermieden werden kann. Die erhöhte Rückführung von Flüssigkeit aus dem Gewebe in die Blutbahnen (Resorption), der verstärkte Rücktransport des Blutes Richtung Herzen und die herabgesetzte Filtration bewirken eine Abnahme des Ödems. Das ist das Ziel der Kompressionstherapie.Um erfolgreich wirken zu können, muss in der Kompressionstherapie der Kompressionsdruck einen bestimmten Verlauf haben. Dieser Verlauf ist wie folgt charakterisiert: Am Fuß bzw. an der Hand ist der Kompressionsdruck am höchsten und nimmt nach oben also in Richtung Hüfte/ Schulter ab. Es gibt unterschiedlich hohe Drücke, die dann jeweils einer Kompressionsklasse zuzuordnen sind. Dies spielt vor allem in der Kompressionstherapie in Form von Kompressionsstrümpfen eine große Rolle. Auch ist das Wissen um unterschiedliche Kompressionsdrücke wichtig, um unterschiedliche Erkrankungen spezifisch behandeln zu können. Innerhalb der Kompressionstherapie zu unterscheiden sind die Begriffe Anpressdruck, Ruhedruck und Arbeitsdruck.

KPE: Komplexe physikalische Entstauungstherapie

Die KPE (Komplexe Physikalische Entstauungstherapie) ist die erfolgreichste Therapie bei vielen Lymph- und Lipödemen. Das „K" im Namen steht für „Komplex" und zeigt an, dass die Therapie aus mehreren Bausteinen besteht.
Wichtig ist: Die KPE muss mit allen ihren Teilen konsequent und langfristig umgesetzt werden. Dann haben Patienten beste Chancen, beschwerdefrei zu werden. Wenn ein Teil vernachlässigt wird, verlieren auch alle anderen Teile erheblich an Wirkung.