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Eine Liposuktion (Fettabsaugung) kann die extrem verdickten Fettgewebeschicht eines Lipödems reduzieren. Zwei Dinge müssen hier aber grundsätzlich beachtet werden:

  1. Die Liposuktion sollte nur von einem lymphologisch fortgebildeten und erfahrenen Mediziner durchgeführt werden, der schonende Methoden einsetzt, denn das ohnehin überlastete Lymphsystem darf auf keinen Fall verletzt werden. Scheuen Sie sich als Patient nicht, den Mediziner nach seiner nachweisbaren lymphologischen Fachkompetenz zu fragen. Adressen von Ärzten, die sowohl Erfahrung in Liposuktion haben als auch lymphologisch qualifiziert sind, können Sie bei Ihrem behandelnden Arzt oder Therapeuten erfragen.

  2. Ein Lipödem ist grundsätzlich nicht heilbar. Die Krankheit ist begründet in einer krankhaften Veränderung der Fettzellen beziehungsweise des Fettgewebes und diese Veränderung lässt sich nicht wegsaugen. Seien Sie skeptisch bei Aussagen wie: „Lipödeme sind heilbar."

Reduzierung des erkrankten Fettgewebes

Was eine professionelle, schonende Liposuktion bei Lipödem aber bringen kann, ist eine Reduzierung der störenden Fettpolster: Das erkrankte Fettgewebe wird reduziert, der Druck lässt nach und die Beweglichkeit nimmt zu, Letzteres besonders, wenn Fett an den Innenseiten der Oberschenkel abgesaugt wird. Sofort nach einer Fettabsaugung muss die oben beschriebene KPE (Komplexe Physikalische Entstauungstherapie) konsequent durchgeführt werden, um den Erfolg der Liposuktion zu erhalten.

Die Kosten für eine Liposuktion tragen meist die Patienten. Nur in absoluten Ausnahmefällen bei schweren körperlichen Behinderungen zahlt die Krankenkasse.

Wie wird eine Liposuktion durchgeführt?

Grundsätzlich geht es bei einer Fettabsaugung darum, Fettzellen aus dem Fettgewebe zu entfernen. Entfernte Fettzellen können nur in sehr geringem Umfang wieder „nachwachsen".

In Fachkreisen anerkannt ist heute die schonende Liposuktion in Tumeszenz-Lokalanästhesie. Für die Behandlung wird in das betroffene Fettgewebe die Tumeszenz-Flüssigkeit gespritzt: Sie enthält Kochsalz und verschiedene Lokalanästhetika für die Schmerzfreiheit während des Eingriffs und Auflockerung der Fettzellen.

Nach einer Einwirkzeit werden Tumeszenzflüssigkeit und Fettzellen vorsichtig mit einer Kanüle aus dem Gewebe abgesaugt. Zum Einsatz kommen hier spezielle Vibrationskanülen, die sich fein vibrierend an den Gewebestrukturen vorbeidrängen ohne sie zu verletzen. Die Kanülen schwingen ca. 5000mal pro Minute. Sie werden durch kleine Schnitte (max. 2cm) in die Haut eingebracht.

Die Nachbehandlung

  • Kompression für 6 Wochen Tag und Nacht
  • Nach 5 Tagen Beginn der erneuten manuellen Lymphtherapie
  • 4 Wochen postoperativ kann wieder mit Sport begonnen werden
  • Ernährungsberatung sollte unbedingt erfolgen,
    um Fettablagerungen an anderen Stellen zu verhindern

Kontraindikationen einer Liposuktion

  • Herz-Kreislaufstörungen
  • Hyperthyreose
  • Gerinnungsstörungen
  • Nieren- und Lungenerkrankungen
  • Allergie gegen Lokalanästhetika

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